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15.08.2013
19:39

WIE ICH EINMAL FAST TOTAL WICHTIG WURDE…

Cover GQ September 2013

Lieber geneigter Leser,

 

mir ist da gerade was durch den Kopf gegangen – nur so eine Überlegung...

 

Angenommen, Sie wären ein ̶j̶̶u̶̶n̶̶g̶̶e̶̶r̶̶ ̶̶a̶̶u̶̶f̶̶s̶̶t̶̶r̶̶e̶̶b̶̶e̶̶n̶̶d̶̶e̶̶r̶ langsam auf die 40 zugehender Manager / Coach / Autor / Speaker / Whatever. Und weiter angenommen, es erreichte Sie – zu Recht etwas überraschend – die folgende Anfrage eines sehr renommierten deutschen Männer-Magazins (von dem Sie seit einigen Jahren wirklich keine Ausgabe verpasst haben…):

 

 

Sehr geehrter Herr Rose,

für unser Magazin GQ erstellen wir in der nächsten Ausgabe eine Liste der 100 wichtigsten Deutschen unter 40. Sie sind dabei – so viel kann ich schon verraten. Nun habe ich nur folgendes Problem: Ich habe im Internet zwar erfahren, dass Sie 1978 geboren wurden. Wann genau, weiß ich allerdings nicht.

Könnten Sie mir bitte weiterhelfen?

 

(Hervorhebung durch mich)

 

 

Würden Sie das Ganze erst mal für einen Scherz halten oder eine neue, besonders perfide Art der Abonnenten-Gewinnung? Weil Sie halt weder Matthias Schweighöfer, Mesut Özil, noch Oliver Samwer heißen? Weiter angenommen, Sie würden dann den Namen der anfragenden Person googlen und herausfinden, dass jener Mensch tatsächlich in der Redaktion des o.g. Magazins arbeitete.

 

Würden Sie vor Freude ein paar (symbolische) Purzelbäume schlagen, weil die Sache einerseits total unwichtig – aber dann irgendwie auch verflucht cool wäre? Weil es sich vermutlich sehr schick auf der eigenen Homepage etc. machen würde?

 

Würden Sie die Anfrage anschließend freundlich beantworten – um dann in der Folgezeit jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit beim Bahnhofskiosk anzuhalten, um zu schauen, ob die neue Ausgabe der Zeitschrift schon erschienen ist? Ob Sie tatsächlich drin wären?

 

Und würden Sie – nachdem die Zeitung schließlich erschienen ist – und Sie sich nach mehrmaligem Suchen doch nicht auf der Liste fänden – erst mal ziemlich enttäuscht sein? Obwohl Sie sich die ganze Zeit gesagt hätten: „Ich glaube es eh erst, wenn ich es sehe!“

 

Würden Sie schließlich beim Redakteur nachfragen? Und würden Sie – nachdem dieser freundlicherweise geantwortet hätte, dass Sie zwar auf einer Long List von insgesamt 170 Menschen standen, letztlich aber am „Cut“ gescheitert seien, vielleicht denken:

 

„Ich mag die Zeitung ja wirklich gerne, wegen der Kolumne von Paula Lambert und der gefakten Facebook-Profile auf der letzten Seite und der tollen Modestrecken und früher vor allem wegen der absolut kultigen Geschichten von Kurt Molzer aber verdammt nochmal am Thema Erwartungsmanagement müssen sie wirklich noch arbeiten!!“

 

Also ich weiß nicht, was ich da tun würde. Wäre ich enttäuscht? Oder verärgert? Oder würde ich mich freuen, überhaupt „auf dem Radar“ zu sein?

 

Wobei: letztendlich ist es egal! War ja nur so eine Überlegung…

 

 

Quelle für Bilddatei: www.gq.de

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